#1 Leipzig: Portikus des Bayerischen Bahnhofs erstrahlt im alten Glanz von bahnfan84 26.05.2012 10:32

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LEIPZIG/DPA. Für den Bau des Leipziger City-Tunnels musste er weichen: Vor sechs Jahren wurde der Portikus des Bayerischen Bahnhofs aufwendig verschoben und nach seiner Rückkehr an den alten Platz saniert. Nun erstrahlt das Bauwerk in neuem Glanz.

Der historische Portikus des Bayerischen Bahnhofs ist komplett saniert. Sechs Jahre nach seiner spektakulären Verschiebung gab Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) zusammen mit dem Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn, Artur Stempel, das Bauwerk am Freitag offiziell frei. Morlok sagte, der fertiggestellte Portikus zeige: Wir sind auf der Zielgeraden.“ Er rechne damit, das der Kosten-und Zeitplan nun eingehalten werde. Stempel versprach, ab Dezember 2013 würden die B-Bahnen durch den Tunnel brausen. Das neue S-Bahn-System werde dazubeitragen, dass viele Pendler ihre Autos stehen lassen und in die S-Bahn steigen.

Der rund 160 Jahre alte Portikus war im April 2006 wegen der Arbeiten für den City Tunnel mit riesigem technischen Aufwand um 30,5 Meter ostwärts verschoben worden. Im November 2009 rückte der Nordgiebel der zerstörten ehemaligen Bahnhofshalle wieder an seinen ursprünglichen Platz und wurde umfassend saniert. Die Arbeiten verzögerten sich, weil die Bausubstanz maroder war als erwartet.

Der Bahnhof ist eine von vier unterirdischen Stationen des knapp vier Kilometer langen Leipziger City Tunnels, der 960 Millionen Euro kostet. Damit wird das Prestige-Projekt fast doppelt so teuer wie geplant und hat erhebliche Verspätung. Mit dem Winterbetrieb 2013 sollen erste Züge im Fünf-Minuten-Takt durch den Tunnel fahren. Ursprünglich sollte der City Tunnel 2009 fertig sein.

Der Bayerische Bahnhof wurde 1840 bis 1844 für die erste Ferneisenbahnverbindung Leipzig-Dresden gebaut. Nach der Zerstörung des klassizistischen Gebäudes im Zweiten Weltkrieg blieben nur der vierfache Triumphbogen an der nördlichen Giebelseite und Gebäude an der Westseite verschont. Sie wurden nach der Wende restauriert.

Die Nebengebäude beherbergen eine Brauerei für traditionelle Leipziger Gose und eine Gaststätte. Hier hat ARD Moderator Waldemar Hartmann mit seiner Kult-Sendung „Waldis Club“, die vom MDR federführend produziert wird, sein Domizil. Bei der kommenden Fußball-EM geht Hartmann in einem Open Air-Studio vor der Kulisse des Portikus auf Sendung.


Quelle: mz-web.de

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