#1 Bahnverbindung Weimar-Ost bleibt vorerst eine schöne Idee von hzol 17.06.2012 07:35

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Die Weiterverfolgung des Vorhabens wird nicht empfohlen. Dieser Satz aus dem Weimarer Stadtplanungsamt markiert nach eineinhalb Jahren zumindest das vorläufige, wahrscheinlich auch das endgültige Aus für einen Bahnhaltepunkt Weimar-Ost.

Weimar. Der Grund ist natürlich finanzieller Art. Allein nur die Möglichkeit, die Haltestelle im Regionalverkehr auf Höhe von Jenaer und Bodelschwinghstraße irgendwann mal einzurichten, kostete die Stadt eine halbe Million Euro, die sie nicht hat, und die ihr niemand gibt.
Wenn die Bahn AG die Strecke für die Mitte-Deutschland-Verbindung zweigleisig ausbaut, muss sie an der fraglichen Stelle zwar sowieso eine der Stützwände nach hinten versetzen. Um dort aber wenigstens nachträglich die Haltestelle zu bauen, müsste man aufwendig noch mehr Platz schaffen.

Die Stadt bat Verkehrsminister Christian Carius (CDU) um Hilfe, erhielt aber Mitte Mai einen Korb: "Für diese zusätzlichen Kosten stehen nach Auskunft des Ministers weder seitens der Deutschen Bahn noch seitens des Landes Mittel zur Verfügung", teilten die Stadtplaner jetzt dem Stadtrat mit. Jene antworten damit auf eine Anfrage der SPD.

Dabei hatte zunächst alles so gut ausgesehen. Die Sozialdemokraten beantragten im Januar 2011 eine Bedarfsanalyse zum Anschluss des Weimarer Ostens an das Bahnnetz. Der Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit zu; nur die CDU enthielt sich, weil die Analyse knapp 10 000 Euro kostete.

Die Stadt beauftragte sie dennoch und erhielt das Ergebnis: Die Haltestelle ist machbar und sinnvoll. Schließlich würde sie Pendlern den Umweg über den Stadtbus ersparen. Karl-Heinz Kraass bezweifelte als CDU-Stadtrat und zuständiger Ortsbürgermeister zwar den Sinn der Analyse an, nicht aber den der Haltstelle: Damit "vermeiden wir auch Verkehr, der sonst über die Straßen rollt", sagte er damals unserer Zeitung.

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