#1 Zweites Gleis für 17 Kilometer zwischen Weimar und Stadtroda kommt bis 2016 von hzol 10.01.2013 16:25

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Der Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung funktioniert seit 20 Jahren häppchenweise. Bund und Bahn AG klopften gestern die Zweigleisigkeit über weitere 17 Kilometer fest. Hauptbauzeit wird zwischen 2014 und 2016 sein.

Erfurt. Auf der am meisten befahrenen Bahnstrecke Thüringens kann der Ausbau zur Zweigleisigkeit weitergehen.
Vorgesehen sind die Abschnitte Weimar-Mellingen, Mellingen-Großschwabhausen sowie Neue Schenke-Stadtroda. Bundesregierung und die Deutsche Bahn AG unterzeichneten gestern dafür die entsprechende Finanzierungsvereinbarung. Weil auch die Erneuerung der Bahnsteige in Jena-West und Jena-Göschwitz einbezogen wurde, sind die Unterschriften unter das Projekt rund 70 Millionen Euro schwer.

"Eine tolle Geschichte", ließ sich Volker Hädrich gestern seine Erleichterung gern anmerken. Der Konzernbevollmächtigte der DB für Thüringen lobte die Vereinbarung als eine Gemeinschaftsleistung von Bund, Land und Bahn. Verkehrsminister Christian Carius (CDU) sagte, der weitere Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung sei ein wichtiger Baustein auch für den künftigen Nahverkehrsplan Thüringens: "Wir tun alles, damit die Regionen des Landes vernünftig an den ICE-Knoten Erfurt angebunden werden."

Jennifer Schubert , die Verkehrspolitikerin der Grünen im Landtag, fand zumindest Carius gute Stimmung "etwas bemüht". Schon viel zu lange, nämlich seit Jahrzehnten, hätten Landesregierung und Bahn den überfälligen Ausbau der Strecke versprochen. Auch sei fraglich, ob der Gleisabschnitt rechtzeitig zur Inbetriebnahme der ICE-Trasse Nürnberg-Halle/Leipzig über Erfurt fertig werde. Also 2017.

Hädrich glaubt, das sei zu schaffen. Denn die Bahn ging mit der Planungsleistung zwischen Weimar und Stadtroda schon mal in Vorhand, obwohl die Finanzierung des Ausbaus noch gar nicht fest stand. Dadurch könne "voraussichtlich im März" Baurecht hergestellt sein. Auch das Land versprach bereits 2009, zwei Millionen Euro beizusteuern und dem Bund außerdem, die Verkehrsbestellung auf der Strecke um 150 000 Zugkilometer aufzustocken, wenn sie fertig ist.

Zu leeren Zügen wird das nicht führen. Die Zahl der Fahrgäste zwischen Weimar und Jena ist von weniger als 6000 in den 1990er-Jahren auf 8100 pro Tag gestiegen. Zwischen Jena und Gera von unter 3000 auf 4400 Fahrgäste täglich. Sie alle müssen sich in den nächsten Monaten noch keine Sorgen um Behinderungen des Zugverkehrs durch Bautätigkeit machen. Die Bauleistung muss europaweit ausgeschrieben werden, so dass die Hauptbauzeit laut Hädrich "zwischen 2014 und 2016 liegen wird".

Die Elektrifizierung der Strecke, eigentlich Voraussetzung für einen S-Bahn-ähnlichen Takt, steht immer noch in der unteren Kategorie "weiterer Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans. Dennoch feiert der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel (CDU) den wichtigen Etappensieg. Und sein Abgeordnetenkollege Carsten Schneider (SPD) vergisst nicht zu erwähnen, dass er bereits 2006 im Haushalts- und Finanzausschuss des Bundestags 50 Millionen Euro für die Thüringer Strecke locker machen konnte. Insgesamt, sagt Volker Hädrich, seien schon 300 Millionen Euro in den Ausbau geflossen.

Die ICE-Neubautrasse über Erfurt wird voraussichtlich zehn Milliarden Euro kosten.

TA

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