#1 Bahn bindet Vogtland besser an von hzol 31.10.2013 19:43

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Zitat von tino beyer
Ab 2016 fahren Fernzüge vom Gera auch ins Rheinland. Der ÖPNV hofft auf positive Effekte für die Staatsbäder.

Adorf. Die Anbindung des oberen Vogtlands an den Schienenfernverkehr wird sich in reichlich zwei Jahren verbessern. Grund ist die Wiederanbindung von Gera an das überregionale Streckennetz. Die Bahn richtet drei tägliche Direktverbindungen in Richtung Westen ein. Die Relevanz der momentan gering frequentierten Strecke steigt.

Von Gera täglich ins Rheinland

Dem Konzept der Deutschen Bahn zufolge sollen Doppelstock-Intercity werktags 6.05 Uhr, täglich 12.05 Uhr und täglich außer samstags um 18.05 Uhr in Gera starten. Ein Zug fährt nach Kassel, einer nach Düsseldorf und einer nach Köln. Möglich werden diese neuen Angebote mit der Inbetriebnahme des ICE-Drehkreuzes Erfurt. Der Fernverkehr in Mitteldeutschland richtet sich damit strukturell neu aus. Ausgangspunkt ist die neue ICE-Strecke Berlin-München. 2015 soll der Abschnitt Erfurt-Halle/Leipzig der Strecke in Betrieb gehen. Zwei Jahre später folgt der Abschnitt Erfurt-Nürnberg. Bislang rollten die Fernzüge durchs Saaletal via Jena gen Süden. Da aber vor allem die Universitäts-Stadt bei ihrer Bahnanbindung nicht deutlich schlechter gestellt werden soll, drängte Thüringen parallel auf den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung als weitere Schnellstrecke. Im Ergebnis bekommt auch Gera wieder einen Fernverkehrsanschluss. Seit Dezember 2006 werden von Gera aus keine überregionalen Ziele mehr angesteuert. Zuletzt hatte ein privater Betreiber die Linie Gera-Leipzig-Berlin-Rostock befahren.

Die wiedererlangte Bedeutung von Gera freut die Nahverkehrsverantwortlichen im Vogtland. "Die Verbesserung von Direktverkehren von oder nach Gera kommt direkt den Menschen zugute, die in das Vogtland reisen wollen, oder denjenigen, welche aus dem Vogtland Richtung Nordrhein-Westfalen fahren wollen", sagt Thorsten Müller, Geschäftsführer des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ÖPNV), auf Anfrage.

Impulse für Staatsbäder erhofft

Die neue Fernverkehranbindung könnte auch den Staatsbädern nutzen. "Beispielhaft sind dann stressfreie Fahrten von Adorf nach Düsseldorf mit einmal umsteigen möglich. Für Gäste der vogtländischen Bäderorte wird damit auch die Anreise aus Richtung Nordrhein-Westfalen deutlich komfortabler." Durch den Bau des Haltepunkts Mitte in Plauen verspricht sich Thorsten Müller zusätzlich neue Impulse. "Damit wird die Elstertalbahn erheblich aufgewertet, davon sollten alle vogtländischen Städte entlang der Strecke profitieren." Nach Inbetriebnahme des Haltepunkts Ende 2015 will der ÖPNV zudem zusätzliche Züge einsetzen, um den Takt auf der Strecke zu erhöhen, so Müller.


FP

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