#1 Thüringen will erst ab 2016 die Elektrifizierung von Mitte-Deutschland-Schiene unterstützen von hzol 27.06.2015 09:30

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Zitat von Tino Zippel
Thüringen will die Planung für den Oberleitungsbau auf der Mitte-Deutschland-Verbindung unterstützen. Doch das Land folgt nicht dem Beispiel Sachsens, das schon dieses Jahr Planungsgelder locker macht.


Elektrifizierte Bahnstrecke. Sachsen geht in Vorleistung und unterstützt die Planungen für den Oberleitungsbau. Thüringen muss auf den Bundesverkehrswegeplan warten. Foto: Stefan Puchner/dpa

Erfurt. Während Sachsen schon vorfristig Planungsmittel für den Oberleitungsbau zwischen Dresden über Görlitz bis zur polnischen Grenze freigibt, muss Thüringen nach eigenen Angaben auf die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplanes warten. Aber Infrastrukturministerin Birgit Keller (Die Linke) kündigt an, dass sie die notwendigen Planungsmittel im Haushalt 2016/2017 eingeplant hat.

Das Land strebe eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn AG nach dem Vorbild Sachsens an, sagt Daniel Kronenberg, Sprecher des Infrastruktur­ministeriums. Ein Start in diesem Jahr sei unmöglich gewesen. „Die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf ist grundsätzliche Voraussetzung für eine Planungsaufnahme. Dies ist bei der Mitte-Deutschland-Verbindung im noch gültigen Bedarfsplan derzeit nicht der Fall.“

Thüringen plant, den Oberleitungsbau mit 30 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) zu unterstützen. „Der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung haben für mich oberste Priorität“, sagt Ministerin Keller.

„Nur so können wir dauerhaft ein zukunftsfähiges Fern- und Nahverkehrsangebot auf der Schiene für Gera, Jena und Weimar anbieten und die Vorteile des Thüringer ICE-Knotens in Erfurt bis nach Ostthüringen weiterreichen.“ Aus Sicht des Landes wäre eine Inbetriebnahme spätestens im Jahr 2022 wünschenswert. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Neigetechniknetz neu ausgeschrieben und vergeben sein. „In diesem Zusammenhang würden wir auf der Mitte-Deutschland-Schiene gern Elektrofahrzeuge einsetzen“, sagt Kronenberg. Außerdem sei der Freistaat bei der Bereitstellung der Efre-Mittel an die Förderperiode 2014 bis 2020 gebunden, deren Gelder bis spätestens 2022 verwendet sein müssen.

Zum Neigetechniknetz gehört der gut genutzte Regionalexpress von Gera über Jena nach Erfurt. Aktuell fahren Dieselfahrzeuge mit schmalen Türen und hohen Stufen beim Einstieg. Eine Elektrifizierung ist auch die Voraussetzung dafür, dass Intercity-Züge im Zwei-Stunden-Takt bis nach Gera rollen. Sachsen hatte unabhängig von der Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes die Oberleitungsplanung in Ostsachsen angeschoben und stellt der Bahn bis zu zehn Millionen Euro in Aussicht.


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