#1 Entwicklung in Zeitz - Start für Bahnhofsumbau von Baureihe 143 08.01.2016 17:02

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Seit einigen Tagen gehört der Zeitzer Bahnhof der Stadt. Ohne große Investition und aufwendige Umbauten könnten die ersten Mieter schon bald Teile des denkmalgeschützten Komplexes nutzen.

Der Bahnhof gehört seit einigen Tagen der Stadt Zeitz. Wenn es nach Arnd Czapek geht, könnte seine Zukunft sofort beginnen. Zumindest sehr bald. „Wenigstens ein Mieter könnte ohne große Ausgaben und Umbauarbeiten sehr schnell einziehen“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete, der sich Erhalt, Entwicklung und letztendlich Kauf des Bahnhofs durch die Stadt verschrieben hat. Und noch etwas kommt für Czapek nicht in Frage: großflächige Abrisse der denkmalgeschützten Bausubstanz.

Abriss unvorstellbar

Die Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Zeitzer Bahnhofs der Agentur Bahnstadt zeigt in drei von vier Varianten Abriss-Möglichkeiten. Als absolute Minimal-Variante könnten ehemaliges Bahnpostamt (siehe Grafik „Denkmal Baenschstraße“, Nummer 1), Eilgutabfertigung (Nummer 3) und Transportpolizei (Nummer 4) weggerissen werden und sogar vom Empfangsgebäude würde nur die eigentliche Bahnhofshalle stehenbleiben, Mitropa- und Wartesaalbereich würden ebenfalls verschwinden. Für Czapek unvorstellbar. „Wir, und ich sage wir, weil mein Herzblut an meiner Heimatstadt hängt, können doch den Bahnhof nicht kaufen, um ihn dann zu verstümmeln“, sagt er und läuft los in Richtung ehemaliges Bahnpostamt, „er muss genutzt werden, und dafür muss man etwas tun.“ Er zeigt auf den Zaun, der die Bahnanlagen in der Baenschstraße vom alten Postamt in Richtung Kreisverkehr vom Fußweg trennt. „Zaun weg, acht bis zehn Parkplätze, dann zieht die Autovermietung sofort hierher. Das ehemalige Postgebäude würde als Büro ausreichen.“

Große, aufwendige Umbauten wären nicht nötig und schon würde man den Zeitzern zeigen, dass tatsächlich etwas geschieht. Das sei es doch, meint Czapek, die Bürger wollen nicht nur etwas erzählt bekommen, sie müssten sehen, dass etwas passiert. Und er marschiert weiter in Richtung Bahnhofsgebäude. „Hier könnten die Leihautos aufbereitet werden, was weiß ich, die müssen doch auch mal gesaugt, poliert und aufgehübscht werden.“ Direkt daneben wäre aus seiner Sicht der beste Platz für die E-Bike-Vermietung. Dann wäre der gesamte mobile Bereich direkt an Bahnhof und Busbahnhof angebunden. Die perfekte Schnittstelle. „Und dann noch eine Tankstelle für Elektroautos, da wäre das Angebot komplett.“ Was E-Bike und Stromtanken angehe, da stehen die Stadtwerke in den Startlöchern und warten nur auf den Startschuss.

Nicht locker lassen

Czapek kann und will nicht für die Stadt entscheiden, aber anregen, hinweisen, nicht locker lassen. Schließlich hat er sich um die ersten Studien zur Entwicklung des Bahnhofs gekümmert und hat einen guten Überblick über die Räumlichkeiten und die Bausubstanz. „Hier“, sagt er, inzwischen am Empfangsgebäude vorbei, und zeigt auf die ehemalige Eilgutabfertigung, „hier sieht man genau, was der alte Gebäudeteil ist. Ich würde nur den anschließenden, später angebauten Teil abreißen. Die andere Bausubstanz ist gut.“ Als gelernter Bau- und Möbeltischler, der Bauleiter einer Dachdecker-Firma war, komme er vom Fach. Doch er schlägt genau so schnell den Bogen vom „Baulichen“ zum Inhaltlichen. „Es gibt eine Bewerbung eines Planungsbüros, das wäre der ideale Standort. Dahinter könnte man noch zusätzliche Parkflächen schaffen.“

Eines ist klar, egal, wie die Debatten um die reale Zukunft des denkmalgeschützten Bahnhofskomplexes in den kommenden Wochen in Zeitz aussehen mögen: Das Objekt muss genutzt werden. Und in Verbindung gebracht werden zum gesamten Umfeld, der Unterstadt von Zeitz. Direkt hinter der Gleisanlage soll der Rewe-Einkaufsmarkt entstehen. „Die Entwicklung des Bereichs muss von der Peripherie aus erfolgen“, sagt Czapek. Und da spielen auch noch andere Überlegungen mit, die noch nicht zu 100 Prozent spruchreif sind: Der Tunneldurchbruch zur Schaedestraße und damit zum Einkaufszentrum und zum bewohnten Bereich des Stadtteils und der Rückbau von Gleisanlagen.

Quelle: http://www.mz-web.de/zeitz/entwicklung-i...tml?dmcid=sm_tw

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