#1 Nonstop von Chemnitz nach Mittweida von Baureihe 143 02.02.2016 10:06

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Die Regionalbahn 45 hält bald nicht mehr zwischen Chemnitz und Mittweida. Die vier Stationen dazwischen werden von einer neuen Linie angefahren. Ob das gut ist, hängt ganz vom Reiseziel ab.

Mittweida. Ab Sonntag, 13. Dezember können Fahrgäste zwischen Mittweida und Chemnitz eine zusätzliche Bahnlinie nutzen. Neben der Regionalbahn RB 45 gehen dann erstmals Hybridbahnen der Linie C 14 auf die Gleise. Die neuen Bahnen des "Chemnitzer Modells" verkehren zunächst an allen Haltestellen der Regionalbahnlinie zwischen Mittweida und Chemnitz. Im Laufe des kommenden Jahres soll die Strecke dann um die Chemnitzer Zentralhaltestelle erweitert werden, sobald die Shuttlezüge dafür ausgestattet sind.

Denn neu an den Hybridmodellen ist, dass sie vom Schienennetz der Deutschen Bahn auf Straßenbahngleise wechseln können. Am Hauptbahnhof in Chemnitz schalten die Bahnen dann ihren Dieselmotor ab und nutzen einen Elektroantrieb. "Langfristig sollen die Hybridbahnen auch noch weitere Stadtteile in Chemnitz anfahren", sagt Silke Dinger, Sprecherin des Verkehrsverbunds Mittelsachsen (VMS).

Die Regionalbahn (RB) 45, die bisher auch die Haltestellen Altmittweida, Ottendorf, Oberlichtenau und Chemnitz-Kinderwaldstätte bediente, fährt künftig ohne Zwischenstopp von Chemnitz-Hauptbahnhof nach Mittweida.

Einerseits bringt das für Pendler eine Zeitersparnis, die etwa in Mittweida wohnen und auf die Arbeit nach Chemnitz fahren: Mit dem Regio sollen sie künftig drei Minuten schneller am Ziel sein. Drüber freut sich auch Danil Moroz, der an der Hochschule Mittweida Industrial Management studiert. Zwei- bis dreimal in der Woche pendelt er zum Arbeiten nach Chemnitz. Manchmal sei das unpraktisch: "Wenn mein Dienst mal eine Viertelstunde früher anfängt, dann muss ich direkt eine ganze Stunde vorher losfahren", sagt der 22-Jährige. Nach Feierabend habe er am Gleis in Chemnitz oft lange auf seinen Zug warten müssen. "Wenn ich dann bald bis zur Zentralhaltestelle durchfahren kann, dann bin ich direkt da, wo ich hin muss", sagt er in Vorfreude.

Laut Sprecherin Silke Dinger sollen Chemnitz und Mittweida so "näher zusammenrücken". Einen Haken hat die Fahrplanänderungen aber für Bewohner aus dem Umkreis der Zwischen-Haltestellen. Denn an Altmittweida, Ottendorf, Oberlichtenau und Chemnitz-Kinderwaldstätte rauscht der Regio künftig vorbei. Die Fahrgäste können zwar ersatzweise mit den Hybridbahnen der C 14 fahren, aber keinen Meter weiter nördlich als bis nach Mittweida. Wer zum Beispiel zwischen Oberlichtenau oder Altmittweida nach Erlau oder Döbeln pendelt, muss bald in Mittweida umsteigen und 24 beziehungsweise 36 Minuten auf die RB 45 warten.

"Laut einer Erhebung des VMS wollen das aber nur zehn Passagiere am Tag", sagt Silke Dinger. Für die übrigen 170 Fahrgäste, die an den vier Haltestellen zwischen Mittweida und Chemnitz ein- und aussteigen, ändert die Umstellung wenig.

Mit der Einführung der C 14 am 13. Dezember ändern sich auch die Fahrpläne, etwa für die Buslinien A und F in Mittweida. Diese sollen Anschlüsse von und zur C 14 bieten. Mit der C 14 aus Richtung Mittweida erreichen die Fahrgäste nun den Anschlussknoten in Chemnitz und können dort direkt in Richtung Leipzig, Dresden/Freiberg, Zwickau, Annaberg-Buchholz und Stollberg umsteigen.

Offen bleibt, wann der Pendlerparkplatz für 80 Pkw am Mittweidaer Bahnhof fertig wird. Diese Baustelle gehört zum Großprojekt "Chemnitzer Modell", mit dem der VMS den Verkehr zwischen Städten und Dörfern in der Region modernisieren will - auch zugunsten der kleinen Ortschaften, wie Silke Dinger erklärt: "Wir wollen die umliegenden Gemeinden besser an Chemnitz anbinden." Das Chemnitzer Umland werde attraktiver, wenn seine Bewohner leichter bis ins Stadtzentrum gelangen könnten..

Quelle: http://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTEL...ikel9373037.php

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