#1 Bürgermeister protestieren beim Verkehrsverbund gegen Stilllegung der Bahnlinie Thalheim-Aue von Baureihe 143 04.03.2016 22:48

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Seit Monaten ist die Bahnlinie Chemnitz-Aue im Fokus des öffentlichen Interesses. Der Grund dafür, ist die Sorge um den zukünftigen Erhalt der gesamten Strecke über den Haltepunkt Thalheim hinaus. Die nachfolgenden Städte Zwönitz, Lößnitz und Aue wollen sich nicht vom Bahnnetz abhängen lassen. So sieht es aber zumindest in der aktuellen Fassung des Nahverkehrsplanes 2016-2020 aus.

Bürgermeisterkollegen auf dem Weg zum VMS
Eine symbolträchtige Reise mit der Erzgebirgsbahn. Am Vormittag des 4. März machten sich die Bürgermeisterkollegen aus Aue, Schneeberg, Lößnitz und Zwönitz auf den Weg nach Chemnitz zur Verwaltungszentrale des VMS. Im Gepäck ihre Stellungnahme zur künftigen Fortschreibung des Nahverkehrsplanes und die Hoffnung, dass sich die Linie im Chemnitzer Modell erhalten ließe.

Um ihrer Forderung, die Bahnstrecke Chemnitz-Aue auch in Zukunft zu erhalten, Nachdruck zu verleihen, begaben sich die Bürgermeister aus dem Städtebund Silberberg und der Zwönitzer Bürgermeister Wolfgang Triebert am vorletzten Freitag, dem 04. März, mit der Erzgebirgsbahn auf die Reise. Ihr Ziel war die Verwaltungszentrale des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) in Chemnitz. Im Gepäck hatten alle Bürgermeisterkollegen ihre Stellungnahme zur 3. Fortschreibung des Nahverkehrsplanes für den Zeitraum 2016 - 2020. Begleitet wurden sie von einer großen Zahl von Bürgern, die die Forderungen der Stadtoberhäupter unterstützen.

Die Stellungnahmen die seitens der Bürgermeister an den VMS überreicht wurden, enthalten unzählige schlagende Argumente, die den Fortbestand der gesamten Bahnlinie durchaus rechtfertigen sollten.

Auf Zwönitz gemünzt stehen dabei die folgenden Argumente im Raum. Die Stadt hat sich auf Grund ihrer Infrastruktur und nicht zuletzt der bestehenden Bahnverbindung, in den Letzten Jahrzehnten zu einem beliebten Wohnort und Standort für Industrie und Gewerbe entwickelt. Die in ihrer Beliebtheit stetig steigenden Schulstandorte des Zwönitzer Gymnasiums und der Oberschule, bringen in Verbindung mit zahlreichen Berufspendlern eine wachsende Zahl an Fahrgästen mit sich. Gleiche Effekte sind seit der Schließung des Thalheimer Erzgebirgsbades zu beobachten. Mit der Schließung dieser Einrichtung wird sowohl das Schulschwimmen, als auch der Freizeitsport im Zwönitzer Hallenbad realisiert. Nachweislich erfährt Zwönitz damit schon jetzt einen erhöhten Besucherverkehr aus Thalheim und Umgebung, auch auf Grund der guten Zuganbindung. Mit dem geplanten Neubau des Hallenbades wird sich dies noch verstärken. In einer Entfernung von wenigen hundert Metern zum Bahnhof werden in den nächsten 3 Jahren mindestens 17 Eigenheime, 12 Eigentumswohnungen und über 50 Mietwohungen neu entstehen, was zusätzliches Fahrgastpotential bedeutet. Die Firmen Galvanotechnik Baum und Synteks planen große Produktionserweiterungen mit deutlicher Aufstockung der Arbeitsplätze in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Darüber hinaus wird in diesem Jahr die Sächsische Hauptradroute Chemnitz/Karlsbad ausgezeichnet, welche direkt am Zwönitzer Bahnhof vorbei läuft. Hierin liegt ein großes touristisches Potential, da vor allem Genussradfahrer gern den Rückweg per Bahn bestreiten.
In Anbetracht der erfreulichen Zunahme von Fahrgästen der Erzgebirgsbahn (Mitteilung der DB Regionetz Verkehrs GmbH vom 18.01.2016) ist es umso unverständlicher, über Streckenstilllegungen aufgrund rückläufiger Fahrgastzahlen nachzudenken. Aus vorgenannten Gründen ist vielmehr notwendig, Zwönitz in das Chemnitzer Modell zu integrieren. Sollte kein vollständiger Halbstundentakt möglich sein, wäre auch ein Stundentakt per Schiene mit halbstündlich versetztem Stundentakt per Bus in den Hauptverkehrszeiten denkbar. Denkbar wäre es auch, die Ortsteile Brünlos und Hormersdorf (z.B. Jugendherberge mit 30.000 Übernachtungen pro Jahr) per Bus an den Bahnhaltepunkt Dorfchemnitz sinnvoll anzubinden, um weiteres Fahrgastpotential zu erschließen.
Sollte die Taktung von Zwönitz nach Aue zukünftig wegfallen, ist auf dieser Strecke eine Ausweitung des Busangebotes - vor allem an den Wochenenden - zwingend erforderlich.

Es bleibt nun abzuwarten, welchen Erfolg die Aktion der Bürgermeisterkollegen haben wird. Parallel dazu läuft eine von Bürgern initiierte Online-Petition, sowie Unterschriftenlisten einiger privater Organisatoren. Rund 4700 Unterschriften für den Erhalt sind auf diesem Wege zu Stande gekommen. Die Menschen entlang der Bahnstrecke wissen um deren Bedeutung für die Zukunft unserer Region. Darum möchte keiner, ob Bürger oder Bürgermeister, die Linie Chemnitz-Aue kampflos aufgeben.

Quelle: http://www.zwoenitz.de/willkommen/single...ue/?tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail&cHash=0ddc3d82bd1f2ede235dd4889d7a0d7a

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